Die „Erfindung“ des Eis am Stiel


Eis am Stiel – da denkt man sich nichts weiter. Ist halt so gegeben, wie Kartoffeln oder Erdbeeren. Aber dass es dazu wirklich eine Entstehungs-Geschichte gibt und dass Eis am Stiel wirklich „erfunden“ werden musste, darüber hat man noch nie nachgedacht, oder?

Alles nur Zufall?

Aber es stimmt: Eis am Stiel wurde im Jahre 1905 „entdeckt“. Allerdings mehr durch einen Zufall als durch Marktforschungen oder eine Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung. In einer klirrend kalten Nacht vergaß der damals 11-jährige Frank Epperson sein Limonaden-Mischgetränk auf der Veranda seiner Eltern in Kalifornien. Zum Mischen der Limo benötigte er einen Holzstiel, den er im Glas liegen ließ. Die Kälte tat das, was Sie mit Limonade nun mal so tut – und fror das Getränk ein. Als Frank am nächsten Morgen aufstand, wartete eine eiskalt-süße Überraschung am Stiel auf ihn: Die Idee „Eis am Stiel“ war geboren.

„Papas Eiszapfen“

Erst erfreute er seine Freunde mit der erfrischenden Köstlichkeit, später dann auch seine Kinder. Bis aus der Idee allerdings ein „Produkt“ wurde, gingen einige Jahre ins Land. 17 Jahre nach seiner Entdeckung stellte er „sein“ Eis am Stiel endlich der Öffentlichkeit vor – und alle waren hellauf begeistert. So sehr dass er das „Popsicle“ (frei übersetzt: Papas Eiszapfen) in einem Vergnügungspark verkaufte. Als auch hier der Erfolg kam, ließ Frank seine „gefrorene Süßigkeit“ patentieren.

Tragische Entscheidung

Gut für ihn – damit hat er sicherlich ausgesorgt. Sollte man meinen. Aber weit gefehlt. Bereits ein Jahr danach verkaufte er die Rechte an „seinem“ Eis am Stiel, weil er trotz des Eis-Erfolgs pleite war und dringend Geld benötigte. Diese Entscheidung sollte er noch bereuen – schließlich erfreut sich das Eis am Stiel auch heute noch riesiger Beliebtheit: Jährlich werden etwa 2 Milliarden „Popsicles“ verkauft. „Ich war seitdem nie wieder derselbe“ soll Frank Epperson kurz vor seinem Tod 1983 verraten haben.

„Eis geht immer“

So tragisch die Entscheidung von Frank Epperson damals war, umso toller diese Schicksalsnacht, in der er seine Limo auf der heimischen Veranda vergaß. Ansonsten könnten wir uns heute nicht mit unserem „Eis am Stiel“-Klassiker Eddy’s Fruchti Mix erfrischen. Denn seien wir mal ehrlich: Eis geht immer.

Quellen: npr.org, history.com

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