Silvesterbräuche in Deutschland


Wer sich an Silvester in feierfreudiger Gesellschaft befindet und ein köstliches wie opulentes Mahl serviert wird, der sollte den letzten Happen nicht verspeisen, sondern einem alten Brauch nach, erst in der letzten Stunden vor Mitternacht verzehren. Damit wird das neue Jahr gehuldigt und stellvertretend für die nächsten 12 Monate mit Üppigkeit und Wohlstand begrüßt. 
Aber es gibt eine Vielzahl von Bräuchen und Traditionen, die weltweit an diesem besonderen Tag zelebriert werden. Nicht nur in den unterschiedlichen Ländern gibt es liebgewordene Rituale und Gewohnheiten. Auch innerhalb Deutschlands sind große kulinarische Unterschiede zum 31.12 festzustellen. 

Ein Klassiker

Über regionale Grenzen hinweg ist das Raclette der Klassiker für Geselligkeit und überbringt mit allerlei Kleinem und Großem die Stunden bis zur vollen Stunde. Bis alle satt sind, dauert es auf Grund der überschaubaren Portionsgrößen und es bleibt genug Zeit für Familienaustausch, Plaudereien und die ein oder andere Anekdote aus dem fast vergangenen Jahr. 

Käse in vielen Variationen

In den Regionen mit Nähe zu unseren französischen Nachbarn finden sich viele Liebhaber des Käse-Fondues. Brot, Gemüse & Co werden in den geschmolzenen und reichhaltigen Käse getaucht. Aber auch in Bayer und Baden-Württemberg finden sich Anhänger der käsereichen Schlemmerei. Aber auch der Heringssalat ist in den südlichen Bundesländern sehr begehrt zur Jahreswende. Rote Bete, Salzheringe, Schweinebraten, Äpfel und (natürlich) Käse und schon steht dem Genuss nichts mehr im Wege. 

Einfach ein Süppchen

Die Senfsuppe findet man vor allem in NRW und Niedersachsen. Offensichtlich wohnen dort viele Genießer von Senf in allen Variationen. Dazu Lauch, Brühe, Crème Fraîche und Petersilie- und fertig ist die schmackhafte Suppe, die man als Hauptgang serviert oder als Einstieg in das Silvestermenu. So einfach kann ein köstliches Silvester Rezept sein. 

Von Fisch bis Gebäck

Der Hering ist auch in Thüringen sehr beliebt und wird dort einem alten Brauch nach mit Klößen serviert. Ganz in der Nähe, in der Berlin genauer gesagt, laben sich die Bewohner vornehmlich an einem in Fett ausgebackenem Hefegebäck, das mit Fruchtmarmelade oder Pflaumenmus gefüllt ist. Der Sage nach, erhielten die runden Leckereien übrigens von einem Berliner Zuckerbäcker, der 1750 als wehruntauglich eingestuft wurde. Aus Dankbarkeit blieb er als Feldbäcker beim Regiment und backte fortan essbare Kanonenkugeln – die Berliner, die man auch als Berliner Ballen oder Berliner Pfannkuchen bezeichnet. Und man darf sie erst nach Null Uhr essen!

Genuss kann so einfach sein

Übrigens ist auch der Rest der Republik von diesem schmackhaften Schmalzgebäck begeistert. Herstellung und Inhalt sind meist identisch, jedoch im Namen gibt es Unterschiede. Aber am Ende sind Krapfen, Pfannkuchen, Berliner, Ballen, Krebbel oder Kreppel immer lecker und gehören zu Silvester dazu. Jetzt aber nochmal in den Norden: Der Karpfen ist traditionell in Norddeutschland ein echter Glücksbringer. Dazu sollten sich die Verköstiger des Glücksfisches eine seiner Schuppen in den Geldbeutel stecken. 

Gans oder Brezel

Die Rheinländer setzen an Silvester nicht auf Fisch, sondern auf Geflügel. Die Gans um es genau zu sagen. Mit angenehmer Lust wird hier als gute Tradition das gefüllte Federvieh serviert. Nochmal runter in den Süden: Dort wird an Nachbarn und Freunde die traditionelle Neujahrsbrezel verteilt. Sie steht als Symbol für den Kreislauf eines Jahres, ist aus leckerem Hefeteig und ist in vielen Größen erhältlich. Süß geht es auch in der Pfalz zu. Dort werden die Mutzenmandeln verspeist und versüßen Silvester. Der Mürbeteig wird in mandelähnliche Stücke geteilt und dann in Fett ausgebacken. 

Glücksbringer in vielen Variationen

Dazu kommen zahlreiche Speisen und Getränke, die je nach Vorliebe zubereitet werden. Erbsen aber gelten als Unglück: Sie könnten wegrollen und stehen als Symbol des Geldes. Linsen sehen aus wie kleine Münzen und bescheren Reichtum. Rosinen, Haselnüsse und Walnüsse gelten als Glücksbringer. Und die mitternächtliche Feuerzangenbowle aus Rotwein, Orangenschalen, Rum, Zimt und Gewürznelken gilt als Verbrüderungstrunk. Aber auch ein Buffet, kreatives Fingerfood oder ein mehrgängiges Menü kann an Silvester serviert werden. 

Wir wünschen allen viel Freude beim Silvesteressen und wünschen viel Glück und alles Gute im neuen Jahr! Kommen Sie gut rüber - mit viel Genuss!

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