St. Martin in Europa

Nicht nur in Deutschland wird St. Martin gefeiert. Aber auch hier heißt es: Andere Länder, andere Sitten.


In Deutschland ist St. Martin vor allem für Laternen, Martinslieder und Gänsebraten bekannt (siehe Artikel unten: Die Hintergründe zu St. Martin). eismann-Kollegen aus dem Ausland berichteten uns, dass auch in vielen anderen Ländern St. Martin gefeiert wird - teilweise ganz anders als bei uns. Dem sind wir sofort nachgegangen. Lesen Sie hier, wie St. Martin in anderen Ländern Europas gefeiert wird.

Niederlande: Sint Maarten

Bei unseren holländischen Nachbarn feiert man ebenfalls am 11. November Martinstag - auf holländisch "Sint Maarten". Das Fest ähnelt sehr stark den (nord-)deutschen Bräuchen, denn auch dort findet ein Laternenumzug statt. Anschließend gehen die Kinder Maartensliedjes (Laternelieder über St. Martin) singen und von Tür zu Tür, wofür sie mit Süßigkeiten oder Kuchen und Obst beschenkt werden. In manchen Städten der Niederlande sind auch Freudenfeuer Tradition an diesem Tag.

Dänemark: Mortensaften

In Dänemark wird der Abend vor dem eigentlichen Martinstag gefeiert. Beim "Mortensaften" wird ein traditioneller Gänsebraten zubereitet - oftmals auch ein Entenbraten. Auch in Dänemark hält sich die Legende, dass Martin sich in Gänsestall versteckte, ihn die Gänse durch wildes Geschnatter allerdings verrieten. Als "Strafe" dafür hält sich bis heute der Brauch des Gänsebratens. Unabhängig davon wurden Gänse aber auch generell kurz vor dem Wintereinbruch geschlachtet, da diese die eiskalte Jahreszeit am ehesten nicht mehr überlebt hätten.

Großbritannien & Irland:

Saint Martin's Day In den britischen Ländern England und Schottland sowie in Irland kennt man ebenfalls einen Martinstag - den Saint Martin's Day. Wie in Deutschland feierte man im Mittelalter den Namenstag des St. Martin als den Beginn des Winters. Dabei wurden alle Tiere geschlachtet, die den Winter nicht überleben würden und als Vorräte für den kommenden Winter angelegt. Etwas abergläubischer waren die Menschen in Irland: Hier war es üblich, ein Tier, meist ein Schwein, zu opfern und ein paar Tropfen des Blutes in den vier Ecken des Hauses und auf die Türschwelle zu streuen. Damit sollten böse Geister abgehalten werden und ein gutes neues Erntejahr verheißen. Dieser Brauch blieb bis in die heutige Zeit in abgeänderter Form erhalten: Zwar wird kein Blut mehr in den Wohnungen und Häusern verteilt, allerdings gibt es am Martinstag, dem 11. November, traditionellerweise auch heute noch Schweinebraten. Zudem ist der 11. November auch als Remembrance Day bekannt, ein Gedenktag für Kriegsopfer und Gefallene.

Polen: Rogal świętomarciński

In Polen isst man am 11. November im Gegensatz zu vielen anderen Ländern kein Schwein oder Gans, sondern süße Croissants. Rogal świętomarciński, die traditionellen, mit Mohn, Datteln, Feigen und anderen leckeren Sachen gefüllten Hörnchen, sind in bestimmten Regionen Polens eine traditionelle Süßspeise zu St. Martin. Diese dürfen allerdings nur von speziellen Bäckern und aus ganz speziellen Zutaten hergestellt werden. Um die Tradition ranken sich viele Mythen: Ein großer Teil meint, dass die Form des Hörnchens an die Hörner der Tiere erinnert, die früher geopfert wurden, während andere sagen, das Gebäck erinnere an ein Hufeisen, das das Pferd des St. Martin verloren habe. Einig sind sich zumindest alle darüber, dass seit ca. 1850 tatsächlich Martinshörnchen gebacken und am Namenstag des heiligen Martin an arme und bedürftige Menschen verteilt werden.

Österreich: Martini

In Österreich heißt der Martinstag schlicht "Martini" und wird ähnlich gefeiert wie in Deutschland. Ein zusätzlicher Brauch ist hier das Martiniloben, wohinter sich eine Weinverkostung verbirgt, die zu Ehren des St. Martin, dem Schutzpatron des Burgenlandes, veranstaltet wird. Da St. Martin in vielen Orten und Ländern auch als ein Patron des Weins gilt, gingen früher die Winzer zu Martini in ihre Keller, um den jungen Wein zu kosten und prosteten sich mit dem neuen Wein zu. Daraus entstand im Laufe der Zeit der Brauch des Martinilobens. Allerdings beschränkt man sich mittlerweile nicht mehr auf den 11. November: Martiniloben beginnt bereits im Oktober und kann bis Ende November dauern.

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