13.10.2012

Der Herbst und seine Bräuche


© Bochkarev Photography - Fotolia

Die Jahreszeit voller Danksagungen - wir stellen Ihnen einige gesammelte Herbstbräuche und deren Hintergründe vor.

Gerade im Herbst ist auffällig, dass in dörflichen Regionen sehr oft viel gefeiert wird. Das hat uns interessiert und so haben wir mal nachgeguckt, was das mit den Herbstbräuchen so auf sich hat. Hier unsere kleine Ansammlung.

Ein großes "Danke" für die Ernte

Das Erntedankfest ist das in Deutschland bekannteste Erntefest. Hintergrund des Festes sind zum einen die Abhängigkeit des Menschen vom Naturkreislauf und zum anderen die religiöse Bedeutung, nämlich den Dank an Gott für die Ernte - die hoffentlich ertragreich war. Nach dem Einbringen der letzten Früchte dankte man Gott für eine gute Ernte und für das gute Wetter. Dabei überreichten die Mägde und Knechte dem Dienstherren und seiner Familie Geschenke. Anschließend feierte man ein großes Fest, bei dem gesungen, getanzt und gespielt wurde. Auch heute noch gibt es in vielen Orten Deutschlands den Erntedankzug.

Aber nicht nur in Deutschland wird Erntedank gefeiert, sondern auch in vielen anderen Kulturen: So z.B. feierten schon die Israeliten das Laubhüttenfest und bereits in vorchristlicher Zeit brachten Menschen den Göttern beim Abschluss des Einbringens der Ernte ihren Dank dar.

Thanksgiving: Familienfest in den USA

Heutzutage wird in den USA der Thanksgiving-Day groß gefeiert: Am vierten Donnerstag im November findet seit 1863 der Feiertag statt, an dem sich Familien und Freunde treffen und meist im Rahmen eines großen Abendessens, bei dem traditionell Truthahn gegessen wird, das in den USA wichtigste Familienfest begehen. Das Fest geht bis auf das Jahr 1623 zurück, in dem während einer Dürreperiode ein Tag des Fastens und des Gebets begangen wurde, aus dem sich der Brauch entwickelte, alljährlich nach der Ernte die Danksagung zu vollziehen. Auch in Kanada ist Thanksgiving ein Feiertag, der in ähnlicher Form am zweiten Montag im Oktober zelebriert wird.

Herbstfeste weit verbreitet

In Großbritannien wurde das Erntedankfest in der Mitte des letzten Jahrhunderts eingeführt und seit dieser Zeit dekoriert man die Kirchen mit Getreide, Früchten und Gemüse. In Frankreich hingegen wird am Ende der Weinlese im Herbst ein entsprechendes Fest gefeiert. Neben den genannten finden sich Erntedankelemente auch in weiteren Feiertagen, wie z.B. dem Almabtrieb in den Bergregionen Europas und Heiligenfesten wie St. Martin am 11. November.

Kirmes & Co.

Der Herbst besteht aber nicht nur aus Erntefesten: Vielerorts feiert man das Fest der Kirchweih, auch Kirmes (Kirchmesse) genannt. Hintergrund des Kirchweihfests ist der seit dem 9. Jahrhundert belegten Brauch, den Tag der feierlichen Einweihung einer Kirche, die Kirchweihe, jedes Jahr festlich zu begehen. Über die Jahrhunderte wurde das Kirchweihfest zu einem beliebten Volksfest, das oft drei bis vier Tage dauert - so wie es in vielen Teilen Deutschlands bis heute noch der Fall ist.

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