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Paranuss

Paranuss - Geschmack, Nährwerte, Kalorien, Verwendung, Inhaltsstoffe, Zubereitung

Die Paranuss, auch als „Brasilianische Kastanie“ bekannt, stammt aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas und gilt als eine der wichtigsten Pflanzen dieser Region. Ihre Hauptanbaugebiete liegen in Brasilien, Bolivien und Peru, wo der mächtige Paranussbaum wild in den unberührten Wäldern wächst. Diese Bäume können bis zu 50 Meter hoch werden und gehören zu den langlebigsten Baumarten der Tropen. Interessanterweise werden Paranüsse fast ausschließlich in ihrer natürlichen Umgebung geerntet, da der Anbau in Plantagen nur sehr begrenzt möglich ist. Die einzigartige Herkunft der Paranüsse macht sie zu einem unverwechselbaren Produkt, das eng mit dem Schutz der Regenwälder verbunden ist.

Die Früchte des Paranussbaums enthalten große, harte Kapseln, in deren Inneren sich bis zu 24 Samen befinden – die Paranüsse, wie sie auch verarbeitet werden. Paranusskerne sind von einer festen Schale umgeben, die oft nur mit speziellen Werkzeugen oder einem geübten Griff zu knacken ist. Unverarbeitete Paranüsse werden aufgrund ihrer langen Haltbarkeit oft in der Schale gehandelt, während geschälte Varianten oder anderweitig verarbeitet ebenfalls verbreitet sind. Aufgrund ihrer Ursprünglichkeit und der aufwendigen Gewinnung gelten sie als wertvolle Spezialität und haben in der kulinarischen Verwendung sowie auf internationalem Markt eine besondere Bedeutung.


Paranuss: Infos und Tipps zum Lebensmittel

Die Highlights von Paranuss im Überblick 
 

✓ Die Paranuss stammt aus dem Amazonasgebiet und wächst auf wildlebenden Paranussbäumen.

✓ Sie gehört zu den Samen der Kapselfrucht des Paranussbaums und wird botanisch zu den Schalenfrüchten gezählt.

✓ Paranüsse zeichnen sich durch einen hohen Fettgehalt aus, insbesondere an ungesättigten Fettsäuren, und liefern wichtige Mineralstoffe wie Selen und Magnesium.  

✓ Die Samen haben einen charakteristisch milden, leicht buttrigen Geschmack und eine feste Konsistenz.

✓ Die Ernte erfolgt überwiegend von wildwachsenden Bäumen, wodurch die Paranuss ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region ist. 

Paranuss: Saison
 

Der Paranussbaum wächst überwiegend in tropischen Regenwäldern Südamerikas, insbesondere in Brasilien, Bolivien und Peru. Der Paranuss Anbau erfolgt fast ausschließlich in diesen Regionen, da die Paranuss Pflanze sehr spezifische klimatische Anforderungen an Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit stellt. Eine gezielte Kultivierung ist schwierig, da die Bestäubung des Baumes von speziellen Bienenarten abhängt, was den Anbau außerhalb der natürlichen Bedingungen erschwert. In Deutschland ist der Anbau nicht möglich. Die Paranuss Ernte erfolgt in den tropischen Anbaugebieten während der Regenzeit, meist von Dezember bis März, wenn die reifen Früchte von selbst vom Baum fallen. Nach der Ernte werden die Paranüsse getrocknet und weiterverarbeitet, wodurch sie gut lagerfähig sind. Im Handel sind Paranüsse ganzjährig verfügbar, da sie überwiegend in Rohform oder verarbeitet importiert werden. Die Lagerung erfolgt optimal an einem kühlen, trockenen Ort, um die Qualität und Haltbarkeit zu gewährleisten.

Welche Paranuss-Sorten gibt es?
 

Paranüsse stammen überwiegend aus Bolivien, Brasilien und Peru, wobei sie keine klassischen kultivierten Sorten aufweisen, sondern von wild wachsenden Bäumen des Amazonasgebiets geerntet werden. Die Unterschiede zwischen Paranüssen resultieren in erster Linie aus den regionalen Anbaugebieten und den dort herrschenden Bedingungen. Paranüsse aus Bolivien sind oft etwas größer und runder, während brasilianische Paranüsse tendenziell länglicher sein können. Charakteristisch ist bei allen Varianten die harte, dunkelbraune Schale, die von einer cremeweißen, ölreichen Nuss umhüllt wird. Die nussige, leicht buttrige Textur und der milde Geschmack sind typisch und tragen zur Beliebtheit dieser Nüsse bei, unabhängig von ihrem Ursprungsland. Qualitätsunterschiede lassen sich zudem an der Frische, dem Fettgehalt und der Konsistenz der jeweiligen Ernte erkennen.

Paranuss: Geschmack
 

Die Paranuss zeichnet sich durch ihren intensiven, nussigen Geschmack mit erdigen und buttrigen Noten aus. Ihr Aroma wird oft als kräftig und vollmundig beschrieben, wobei ein leicht süßlicher Unterton spürbar ist. Durch ihre hohe Fettigkeit besitzt sie zudem eine weiche, fast cremige Konsistenz, die beim Kauen angenehm zergeht. Sie wird sowohl pur als auch in gerösteter Form genossen, wobei das Rösten die nussigen Aromen noch weiter vertieft.

Paranuss: Inhaltsstoffe
 

Die Paranuss zeichnet sich durch einen bemerkenswerten Gehalt an Vitamin E aus, einem essenziellen fettlöslichen Vitamin. Ebenso zählt sie zu den Lebensmitteln mit hohem Thiamin-

Gehalt (Vitamin B1) und gilt als Quelle für Folsäure (Vitamin B9). Darüber hinaus enthält die Paranuss einen hohen Anteil an Ballaststoffen, die ein bedeutender Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sind.

Nährwerte
 

In der folgenden Tabelle siehst du, welche Nährstoffe pro 100 Gramm Paranuss (roh) enthalten sind. Bei den Nährwertangaben handelt es sich um Durchschnittswerte.

Kilokalorien693 kcal
Protein16 g
Fett 67 g
Kohlenhydrate 3,6 g
Ballaststoffe 6,7 g
Wasser6 g

Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente
 

In der Tabelle kannst Du sehen, welche Vitamine und Mineralien Paranuss (roh) pro 100 Gramm enthält. Bei den Mengenangaben handelt es sich um Durchschnittswerte. 

 

Thiamin (Vitamin B1)1 mg
Riboflavin (Vitamin B2) 35 µg
Niacin (Vitamin B3) 200 µg
Pantothensäure (Vitamin B5) 230 µg
Vitamin B6 110 µg
Folsäure (Vitamin B9) 39 µg
Vitamin C 700 µg
Vitamin E 7,6 mg
Natrium2 mg
Magnesium160 mg
Kalium 644 mg
Calcium 132 mg
Phosphor 674 mg
Mangan 600 µg
Eisen 3,4 µg
Kupfer 1,3 mg
Zink 4 mg
Selen103 µg

Ist die Paranuss gesund?
 

Die Paranuss gilt aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung als ein gesundes Lebensmittel mit verschiedenen potenziellen Vorteilen. Sie zeichnet sich durch ihren hohen Gehalt an Vitamin E, Thiamin (Vitamin B1), Ballaststoffen sowie ihren Status als Quelle für Folsäure (Vitamin B9) aus. 

Vitamin E übernimmt im Körper eine wichtige Schutzfunktion, da es als Antioxidans die Zellen vor oxidativem Stress bewahrt. Dies trägt zur allgemeinen Zellgesundheit bei. Thiamin spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel, da es an der Umwandlung von Nährstoffen in Energie beteiligt ist. Zudem unterstützt es die normale Funktion des Nervensystems. 

Die in der Paranuss enthaltene Folsäure ist an der Zellteilung beteiligt und essenziell für Wachstum des mütterlichen Gewebes während einer Schwangerschaft. Ballaststoffe hingegen fördern die Verdauung, da sie zur Regulierung der Darmfunktion beitragen können. Ein hoher Ballaststoffgehalt in der Ernährung unterstützt zudem ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. 

Durch die Kombination dieser Inhaltsstoffe kann die Paranuss eine sinnvolle Ergänzung eines ausgewogenen Ernährungsplans darstellen.

Wichtig: Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt auf einen übermäßigen Verzehr von Paranüssen zu verzichten, da diese im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln Radionuklide, insbesondere Radium, in höherem Maße anreichern. Die DGE empfiehlt lediglich 1-2 Paranüsse pro Tag zu sich zu nehmen. Während Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende vorsorglich keine Paranüsse essen sollten.

Paranuss: Tipps für die Zubereitung
 

Die Paranuss, die in roher Form eine vielseitige Grundlage in der Küche bildet, kann auf verschiedene Weisen zubereitet werden, um ihre einzigartige Konsistenz und ihr Aroma optimal zur Geltung zu bringen. Im Folgenden werden die gängigsten Zubereitungsarten beschrieben. 

1. Roh genießen Paranüsse können direkt in ihrer natürlichen Form verzehrt werden. Vor dem Verzehr empfiehlt es sich, die Paranüsse zu knacken, falls sie noch in ihrer harten Schale angeboten werden. Dafür eignet sich ein Nussknacker oder ein stabiler Gegenstand, um die Schale sanft zu brechen, ohne die Kerne zu beschädigen. Die rohe Paranuss entfaltet dabei ihren nussigen Geschmack und eine cremige Textur.

2. Im Backofen rösten Das Rösten im Backofen intensiviert das Aroma der Paranüsse und bringt eine leichte Knusprigkeit hervor. 
- Den Backofen auf 150–170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. 
- Paranüsse gleichmäßig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen, ohne sie zu überlagern. 
- Die Nüsse für 10–15 Minuten rösten, dabei alle 5 Minuten wenden, um eine gleichmäßige Bräunung zu gewährleisten. 
- Nach dem Rösten vollständig abkühlen lassen. 
Für eine würzige Variante können die Nüsse vorab mit etwas Öl, Salz oder Gewürzen vermengt werden. 

3. In der Pfanne rösten Das Rösten in der Pfanne bietet eine schnelle Zubereitungsmethode, um Paranüsse aromatisch zu veredeln. 
- Eine beschichtete Pfanne ohne Öl auf mittlerer Temperatur erhitzen. 
- Paranüsse hineingeben und unter ständigem Schwenken oder Rühren rösten. Achtung: Die hohe Temperatur kann die Nüsse leicht verbrennen, daher sollte der Vorgang genau beobachtet werden. 
- Das Rösten dauert etwa 5–8 Minuten und ist abgeschlossen, wenn die Nüsse leicht braun werden und ein angenehmes Röstaroma entfalten. 

4. In der Heißluftfritteuse rösten Eine Heißluftfritteuse ermöglicht die prompteste und gleichmäßige Röstung von Paranüssen. 
- Paranüsse in den Korb der Heißluftfritteuse legen und bei Bedarf vorher mit Gewürzen oder einer dünnen Öl-Schicht versehen. 
- Auf 160–180 °C einstellen und die Nüsse 8–10 Minuten rösten. Zwischendurch sollte der Korb einmal geschüttelt werden, um die Nüsse gleichmäßig zu rösten. 
- Die Paranüsse aus der Heißluftfritteuse nehmen und etwas auskühlen lassen. 

5. Weiterverarbeitung zu Paranuss-Pesto oder Paranuss-Creme Paranüsse können zu vielseitigen Produkten wie Pesto oder einer streichfähigen Creme verarbeitet werden. 
- Für ein Paranuss-Pesto Paranüsse kurz in der Pfanne rösten und abkühlen lassen. Anschließend mit frischem Basilikum, Olivenöl, Knoblauch und Parmesan oder einer veganen Alternative in einem Mixer pürieren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. 
- Für eine Paranuss-Creme die Nüsse im Mixer so lange pürieren, bis sich die Öle lösen und eine glatte Konsistenz entsteht. Nach Wunsch kann etwas Salz, Honig oder Zucker hinzugefügt werden. 

6. Herstellung von Paranussmilch Aus Paranüssen kann eine nussige Milchalternative hergestellt werden:

- Etwa 100 g rohe Paranüsse einige Stunden, idealerweise über Nacht, in Wasser einweichen. 
- Das Wasser abgießen und die weichen Nüsse mit 500–700 ml frischem Wasser in einem Mixer pürieren. 
- Die Mischung durch ein feines Tuch oder einen Nussmilchbeutel abseihen. Übrig bleibt eine milchige Flüssigkeit, die als Getränk oder für andere Rezepte verwendet werden kann. 

Diese Zubereitungsvarianten zeigen die Vielseitigkeit der Paranuss und erlauben die Anpassung an unterschiedliche kulinarische Anforderungen, unabhängig davon, ob sie roh, geröstet oder als Bestandteil von Speisen verwendet wird.

Kann man Paranuss roh essen?
 

Paranüsse sind grundsätzlich roh verzehrbar und weisen dabei ihren charakteristisch nussig-buttrigen Geschmack auf. Im Vergleich dazu verändert das Rösten die Textur und verstärkt das Aroma, weshalb geröstete Paranüsse in verschiedenen kulinarischen Anwendungen und als Snack beliebt sind. Roh bleiben Paranüsse weich bis leicht knackig, während das Rösten sie knusprig werden lässt.


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