
Kidneybohnen - Geschmack, Nährwerte, Kalorien, Verwendung, Inhaltsstoffe, Zubereitung
Die Kidneybohne, auch bekannt als rote Nierenbohne oder rote Gartenbohne, gehört zur Familie der Hülsenfrüchte und ist ein weltweit verbreitetes Grundnahrungsmittel. Ursprünglich stammt sie aus Amerika, insbesondere aus Regionen wie Peru und Mexiko, in denen sie seit Jahrhunderten kultiviert wird. Bereits die indigenen Völker Amerikas erkannten ihren Wert und integrierten sie in ihre Ernährung. Heute ist die Kidneybohne eine zentrale Zutat in zahlreichen traditionellen Gerichten, von lateinamerikanischen Eintöpfen bis hin zu orientalischen Speisen.
Neben ihrer geschmacklichen Vielfalt und der kulinarischen Vielseitigkeit spielt die Kidneybohne auch kulturhistorisch eine bedeutende Rolle. Sie gilt als eng verwandt mit anderen Sorten wie den Feuerbohnen und den afrikanischen Kidneybohnen und zeigt dadurch die globale Verbreitung dieser Hülsenfrucht. Ihre auffallende rote Farbe und die nierenförmige Gestalt machen die Kidneybohne eindeutig erkennbar und charakteristisch. Durch ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Klimazonen zählt sie zu den robusten Pflanzenarten, die weltweit angebaut und geschätzt werden.
Kidneybohnen: Infos und Tipps zum Lebensmittel
Die Highlights von Kidneybohnen im Überblick
✓ Kidneybohnen gehören zur Familie der Hülsenfrüchte und sind bekannt für ihre dunkelrote Farbe sowie ihre nierenförmige Gestalt
✓ Sie enthalten einen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß und sind eine gute Quelle für komplexe Kohlenhydrate
✓ Die Bohnen liefern wichtige Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalium und B-Vitamine
✓ Vor dem Verzehr müssen rohe und getrocknete Kidneybohnen aufgrund ihres Phasingehalts durch Kochen vollständig gegart werden
✓ Sie eignen sich vielseitig für die Zubereitung von Gerichten wie Chili, Eintöpfen, Salaten oder Aufläufen
Kidneybohnen: Saison
Kidneybohnen werden in feuchten Klimazonen angebaut und zählen zu den vielseitigen Hülsenfrüchten. In Deutschland erfolgt der Anbau vorzugsweise in den Sommermonaten, da die Kidneybohnen-Pflanze ein warmes Klima bevorzugt und äußerst frostempfindlich ist. Die Wachstumszeit beträgt in der Regel 70 bis 100 Tage, je nach Sorte und Bedingungen. Die Aussaat erfolgt üblicherweise ab Mitte Mai, nachdem die Gefahr von Spätfrösten vorbei ist. International sind Kidneybohnen besonders in Ländern mit tropischem oder subtropischem Klima wie Brasilien, Indien und den USA verbreitet, da diese idealen Bedingungen für die Entwicklung der Pflanzen bieten. In Supermärkten und auf Märkten sind Kidneybohnen das ganze Jahr über verfügbar, meist in getrockneter oder konservierter Form, da diese Varianten eine längere Haltbarkeit gewährleisten. Der regionale Anbau in Europa spielt dabei vor allem in der Frischesaison von Juli bis September eine Rolle.
Welche Kidneybohnen-Sorten gibt es?
Kidneybohnen sind in verschiedenen Sorten erhältlich, die sich vorrangig durch Farbe, Größe und Textur unterscheiden. Die rote Kidneybohne ist aufgrund ihrer leichten Süße und festen Konsistenz die bekannteste Sorte und wird häufig in Eintöpfen oder Chilis eingesetzt. Die helle Kidneybohne hat eine hellrosa bis rosa Farbe und sind etwas kleiner als die dunkelrote Sorte, Weiße Kidneybohnen, auch Cannellini-Bohnen genannt, zeichnen sich durch ihren milden Geschmack und cremige Textur aus, was sie besonders für Salate und Suppen geeignet macht. Sie sind botanisch gesehen keine Kidneybohnen, werden aber aufgrund ihrer Form oft so bezeichnet. Die Sortenvielfalt bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Gerichten und Küchen.
Kidneybohnen: Geschmack
Kidneybohnen zeichnen sich durch einen milden, leicht nussigen Geschmack aus, der durch ihre cremige Konsistenz besonders harmonisch zur Geltung kommt. Ihr Aroma ist dezent und vielseitig, wodurch sie sich gut mit verschiedenen Gewürzen und Zutaten kombinieren lassen. In gekochtem Zustand haben sie eine feine, leicht mehlige Textur, die in Eintöpfen, Salaten oder Aufläufen eine angenehme Grundlage bietet.
Kidneybohnen: Inhaltsstoffe
Kidneybohnen zeichnen sich durch ihren hohen Gehalt an Proteinen aus und sind zudem reich an Ballaststoffen. Sie enthalten bemerkenswerte Mengen an Vitamin B6, Thiamin (Vitamin B1) und Folsäure (Vitamin B9), welche zu ihrer Nährstoffdichte beitragen. Die Kombination dieser Inhaltsstoffe macht sie zu einer vielseitigen Zutat in der Ernährung.
Nährwerte
In der folgenden Tabelle siehst du, welche Nährstoffe pro 100 Gramm Kidneybohnen (trocken) enthalten sind. Bei den Nährwertangaben handelt es sich um Durchschnittswerte.
| Kilokalorien | 283 kcal |
| Protein | 21 g |
| Fett | 1,6 g |
| Kohlenhydrate | 35 g |
| Ballaststoffe | 23 g |
| Wasser | 10 |
Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente
In der Tabelle kannst Du sehen, welche Vitamine und Mineralien Kidneybohnen (trocken) pro 100 Gramm enthalten. Bei den Mengenangaben handelt es sich um Durchschnittswerte.
| Thiamin (Vitamin B1) | 503 µg |
| Riboflavin (Vitamin B2) | 177 µg |
| Niacin (Vitamin B3) | 2 mg |
| Pantothensäure (Vitamin B5) | 870 µg |
| Vitamin B6 | 435 µg |
| Folsäure (Vitamin B9) | 205 µg |
| Vitamin C | 2,5 mg |
| Vitamin E | 210 µg |
| Beta-Carotin | 400 µg |
| Natrium | 3,5 mg |
| Magnesium | 140 mg |
| Kalium | 1337 mg |
| Calcium | 113 mg |
| Phosphor | 414 mg |
| Mangan | 1,6 mg |
| Eisen | 6,5 mg |
| Kupfer | 635 µg |
| Zink | 2,5 mg |
Sind Kidneybohnen gesund?
Kidneybohnen gelten als gesundes Lebensmittel, da sie eine Vielzahl essenzieller Nährstoffe enthalten, die verschiedene wichtige Funktionen im menschlichen Körper unterstützen. Ihr hoher Proteingehalt macht sie insbesondere für die Ernährung von Bedeutung, da Proteine für den Aufbau und Erhalt von Körperstrukturen wie Muskeln von zentraler Bedeutung sind.
Der Gehalt an Vitamin B6 in Kidneybohnen fördert wichtige Stoffwechselprozesse, insbesondere im Zusammenhang mit der Verwertung von Proteinen und der Bildung von Neurotransmittern. Thiamin (Vitamin B1) spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und unterstützt die normale Funktion des Nervensystems.
Folsäure (Vitamin B9) ist für die Zellteilung und -neubildung essenziell und wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen. Darüber hinaus tragen die in Kidneybohnen enthaltenen Ballaststoffe zu einer normalen Verdauungsfunktion bei und fördern eine gesunde Darmtätigkeit.
Durch diese Kombination an Nährstoffen sind Kidneybohnen eine wertvolle Ergänzung in einer ausgewogenen Ernährung.
Kidneybohnen tiefgekühlt
Kidneybohnen sind grundsätzlich auch als Tiefkühlprodukt erhältlich, wenn auch seltener als die gängigeren Konserven- oder Trockenvarianten. Die tiefgekühlte Variante eignet sich besonders für Anwendungsbereiche, in denen die Bohnen ihre Form, Konsistenz und ihren Geschmack nach dem Auftauen beibehalten sollen, etwa bei der Zubereitung von Eintöpfen, Pfannengerichten oder gesunden Bowls. Da sie vorgegart eingefroren werden, sparen sie im Vergleich zu getrockneten Bohnen Vorbereitungszeit und lassen sich direkt verwenden. Dies macht sie zu einer praktischen Zutat für eine schnelle und unkomplizierte Küche.
Kidneybohnen: Tipps für die Zubereitung
Kidneybohnen sind ein vielseitiges Lebensmittel, das in der Küche auf unterschiedliche Weise zubereitet werden kann. Frische, rohe Kidneybohnen enthalten jedoch natürliche Giftstoffe wie Phasin, die durch das richtige Zubereiten vollständig abgebaut werden können. Hier sind einige der gängigsten Zubereitungsmethoden für Kidneybohnen:
1. Gekochte Kidneybohnen
Frische Kidneybohnen müssen vor dem Verzehr gekocht werden, um die hitzeempfindlichen Giftstoffe zu neutralisieren.
- Die Bohnen werden zunächst in einer großen Schüssel mit kaltem Wasser gründlich gereinigt und danach über Nacht (ca. 8-12 Stunden) in frischem Wasser eingeweicht.
- Am nächsten Tag wird das Einweichwasser weggeschüttet, da es die Giftstoffe enthalten kann.
- Die Bohnen werden in einem großen Topf mit frischem Wasser bedeckt und bei mittlerer Hitze etwa 45-60 Minuten gekocht, bis sie weich sind.
- Für zusätzlichen Geschmack können während des Kochens Gewürze wie Lorbeerblätter oder Thymian hinzugefügt werden. Nach dem Kochen werden die Bohnen abgespült und können dann weiterverarbeitet werden.
2. Gebratene Kidneybohnen
Gekochte Kidneybohnen eignen sich hervorragend zum Braten in der Pfanne.
- Die Bohnen werden zunächst gekocht und gut abgetropft.
- In einer Pfanne wird etwas Öl erhitzt, und die Bohnen werden darin zusammen mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Paprikapulver oder Pfeffer angebraten.
- Dieses Gericht ist eine ideale Basis für Füllungen, Beilagen oder als Topping zu Salaten.
3. Kidneybohnen als Bratling
Kidneybohnen können als Grundlage für vegetarische Burger-Bratlinge genutzt werden.
- Die Bohnen werden zunächst gekocht und anschließend grob püriert oder mit einer Gabel zerdrückt.
- Sie werden mit Zutaten wie Haferflocken, Paniermehl, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen wie Chili oder Kreuzkümmel vermischt, bis eine feste Mischung entsteht.
- Aus der Masse werden flache Patties geformt und in einer Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten angebraten, bis sie goldbraun sind.
4. Kidneybohnen im Backofen
Gekochte oder vorgegarte Kidneybohnen lassen sich auch im Backofen rösten.
- Die Bohnen werden mit einer Mischung aus Olivenöl, Paprikapulver, Salz, Knoblauchpulver und anderen Gewürzen vermengt.
- Anschließend werden sie auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilt und im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Umluft etwa 25-30 Minuten geröstet, bis sie knusprig sind. Dabei sollten sie gelegentlich gewendet werden.
5. Kidneybohnen in Tomatensoße
Ein klassisches Gericht ist die Zubereitung von Kidneybohnen in Tomatensoße.
- Bereits gekochte Bohnen werden in einer Pfanne oder einem Topf zusammen mit gehackten Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen wie Oregano und Basilikum eingekocht.
- Die Soße kann leicht angedickt werden und passt hervorragend zu Reis oder Nudeln.
6. Kidneybohnen als Fleischersatz
Gekochte Kidneybohnen können in verschiedenen Gerichten wie Chili oder Bolognese als Ersatz für Fleisch verwendet werden.
- Die Bohnen werden entweder püriert oder ganz in die Gerichte integriert und würzig abgeschmeckt, sodass sie den Geschmack und die Textur von Hackfleisch imitieren.
Kidneybohnen bieten durch ihre unterschiedlichen Zubereitungsmöglichkeiten eine vielseitige Ergänzung in der Küche – von Beilagen bis hin zu Hauptgerichten oder Snacks. Wichtig bleibt bei frischen Bohnen immer das vorherige Kochen, um die gewünschte Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.
Kann man Kidneybohnen roh essen?
Kidneybohnen sind nicht zum Rohverzehr geeignet, da sie Phasin enthalten, ein giftiges Protein, das in größeren Mengen gesundheitsschädlich ist. Bereits wenige rohe Bohnen können unangenehme Symptome wie Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Durch das Kochen wird Phasin jedoch vollständig zerstört, weshalb Kidneybohnen vor dem Verzehr immer ausreichend gegart werden sollten, etwa durch Kochen in Wasser. Neben dem klassischen Garen bieten sich Zubereitungsmöglichkeiten wie das Schmoren in Eintöpfen oder das Pürieren für Dips und Aufstriche an.
Kidneybohnen: Lagerung
Zur Lagerung sollten ungekochte, getrocknete Bohnen trocken und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden, während vorgekochte Kidneybohnen in Dosen oder Gläsern nach dem Öffnen kühl gelagert und innerhalb weniger Tage verbraucht werden sollten. Tiefgekühlte Varianten halten sich länger und sind ebenso eine praktische Alternative.
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