
Rhabarber - Geschmack, Nährwerte, Kalorien, Verwendung, Inhaltsstoffe, Zubereitung
Rhabarber ist ein beeindruckendes Gemüse, das ursprünglich aus der Region des Himalayas stammt und dort bereits vor über 5000 Jahren kultiviert wurde. Seine geschichtlichen Wurzeln reichen tief in die asiatische Kultur hinein, wo er zunächst vor allem wegen seiner medizinischen Eigenschaften geschätzt wurde. Im alten China und später auch in der persischen Küche fand er vielfältige Anwendungen. Die Verbreitung nach Europa erfolgte im 18. Jahrhundert, wo Rhabarber schließlich als Nahrungsmittel an Bedeutung gewann. Besonders begehrt ist heute der rote Rhabarber, der sich durch seinen milderen und fruchtigeren Geschmack auszeichnet.
In Europa entwickelten sich zahlreiche regionale Sorten, die sich in Geschmack, Farbe und Säuregehalt unterscheiden. Neben seinem kulinarischen Einsatz in Kompott, Kuchen oder Desserts spielt der sogenannte Himalaya-Rhabarber nach wie vor eine historische Rolle, da er als Ursprung vieler heutiger Varietäten gilt. Die Vielseitigkeit des Rhabarbers zeigt sich nicht nur in der Vielzahl seiner Sorten, sondern auch in der Bedeutung, die er in verschiedenen Küchen weltweit einnimmt. Seine charakteristische Säure verleiht zahlreichen Gerichten eine einzigartige Note.
Rhabarber: Infos und Tipps zum Lebensmittel
Die Highlights von Rhabarber im Überblick
✓ Rhabarber gehört botanisch gesehen zu den Gemüsesorten, wird jedoch oft wie Obst verwendet
✓ Die Stängel des Rhabarbers sind essbar, die Blätter hingegen enthalten giftige Oxalsäure
✓ Typischerweise zeichnet sich Rhabarber durch seinen säuerlich-herben Geschmack aus
✓ Er wird vor allem in Backwaren, Kompott oder Marmeladen verwendet, oft mit Zucker kombiniert
✓ Die Erntesaison für Rhabarber in Mitteleuropa reicht von April bis Juni
Rhabarber: Saison
Rhabarber wird in Deutschland vor allem im Frühjahr angebaut, da er ein mehrjähriges Knöterichgewächs ist, das in gemäßigtem Klima gut gedeiht. Die Pflanzenzeit für Rhabarber liegt idealerweise im Herbst oder zeitigen Frühjahr, wobei sich der Anbau im Hochbeet ebenso wie im traditionellen Garten als effektiv erweist. Die Erntezeit beginnt üblicherweise im April und reicht bis Ende Juni. Während dieser Zeit wird Rhabarber regelmäßig geerntet, um die Qualität der Stängel zu sichern. International variiert die Anbausaison je nach Klimazone, wobei gemäßigte Regionen ähnlich angelegte Zeiträume haben. Im tropischen Klima kann Rhabarber dagegen nicht kultiviert werden, da er eine Kälteperiode benötigt, um sich zu regenerieren. Die Verfügbarkeit in Märkten richtet sich nach der regionalen Erntezeit und wird in der Regel von April bis Mitte Juni durch frische Ware abgedeckt. In den übrigen Monaten findet importierter Rhabarber aus Ländern mit ähnlicher Erntezeit Zugang zu den Märkten, wodurch das saisonale Angebot erweitert wird. Eine nachhaltige Pflege, wie das regelmäßige Düngen und das Schneiden der Blütenstiele, trägt entscheidend zur Qualität des Ertrags bei.
Welche Rhabarber-Sorten gibt es?
Rhabarber wird in verschiedene Sorten unterteilt, die sich vor allem in Farbe, Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten unterscheiden. Besonders bekannt sind die grünstieligen und rotstieligen Varianten. Grünstieliger Rhabarber, wie die Sorte „Holsteiner Blut“, zeichnet sich durch einen intensiveren, säuerlicheren Geschmack aus, während rotstielige Sorten, etwa „Frambozen Rood“, milder und oft etwas fruchtiger im Aroma sind. Eine weitere Unterscheidung liegt in der Schalenfärbung: Während manche Sorten rein grüne Stiele haben, zeigen andere ein kräftiges Rot, das sich bis ins Stielinnere ziehen kann. Diese Unterschiede machen die Wahl der Sorte stark abhängig von der geplanten Zubereitung, da der Geschmack und das Aussehen variieren.
Rhabarber: Geschmack
Rhabarber zeichnet sich durch seinen auffällig säuerlichen Geschmack aus, der je nach Sorte und Reifegrad variieren kann. Insbesondere die roten Stiele weisen oft eine mildere Säure auf und bringen eine dezent fruchtige Note mit, während grünere Stiele meist intensiver und herber schmecken. Diese charakteristische Säure macht Rhabarber zu einer vielseitigen Zutat in süßen und herzhaften Rezepten, wobei er häufig in Kombination mit Zucker oder anderen süßeren Aromen verarbeitet wird, um ein ausgewogenes Geschmacksprofil zu erzeugen.
Rhabarber: Inhaltsstoffe
Rhabarber enthält eine Vielzahl an Nährstoffen und trägt zu einer abwechslungsreichen Ernährung bei.
Nährwerte
In der folgenden Tabelle siehst du, welche Nährstoffe pro 100 Gramm Rhabarber (roh) enthalten sind. Bei den Nährwertangaben handelt es sich um Durchschnittswerte.
| Kilokalorien | 18 kcal |
| Protein | 0,6 g |
| Fett | 0,1 g |
| Kohlenhydrate | 1,4 g |
| Ballaststoffe | 3,2 g |
| Wasser | 92,7 g |
Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente
In der Tabelle kannst du sehen, welche Vitamine und Mineralien Rhabarber (roh) pro 100 Gramm enthält. Bei den Mengenangaben handelt es sich um Durchschnittswerte.
| Thiamin (Vitamin B1) | 27 µg |
| Riboflavin (Vitamin B2) | 30 µg |
| Niacin (Vitamin B3) | 250 µg |
| Pantothensäure (Vitamin B5) | 84 µg |
| Vitamin B6 | 35 µg |
| Folsäure (Vitamin B9) | 2,5 µg |
| Vitamin C | 10 mg |
| Vitamin E | 250 µg |
| Vitamin K | 11 µg |
| Beta-Carotin | 61 µg |
| Natrium | 2 mg |
| Magnesium | 11 mg |
| Kalium | 287 mg |
| Calcium | 66 mg |
| Phosphor | 22 mg |
| Mangan | 170 µg |
| Eisen | 353 µg |
| Kupfer | 38 µg |
| Zink | 193 µg |
Rhabarber tiefgekühlt
Rhabarber wird auch als Tiefkühlprodukt angeboten und ist eine praktische Alternative zu frischer Ware, insbesondere außerhalb der Saison. Tiefgefrorener Rhabarber wird häufig bereits gewaschen, geschält und in Stücke geschnitten angeboten, was die Zubereitung erleichtert. Diese Variante eignet sich besonders gut für die Verwendung in Kompott, Kuchen, Desserts oder Smoothies, da die Konsistenz beim Auftauen leicht weich wird, was in diesen Anwendungen meist von Vorteil ist. Zudem ermöglicht die Tiefkühlung eine langfristige Lagerung, sodass Rhabarber unabhängig von der Erntezeit verfügbar bleibt.
Rhabarber: Tipps für die Zubereitung
**Rhabarber – Die Zubereitungsschritte im Überblick**
Frischer Rhabarber wird in der Regel roh gekauft und eignet sich für zahlreiche Zubereitungen. Vor der Verarbeitung sollte er gründlich gewaschen und, je nach Ursprungszustand, von Blättern und holzigen Enden befreit werden. Eine häufige Praxis ist das Schälen der Stangen, insbesondere bei dickeren Sorten oder älteren Exemplaren. Dazu wird die äußere Faserschicht mit einem Messer oder Sparschäler abgezogen, was den Rhabarber zarter macht.
1. **Rohverzehr**
Rhabarber wird wegen seines intensiven, säuerlichen Aromas eher selten roh verzehrt. Soll er dennoch in seiner ursprünglichen Form genossen werden, empfiehlt sich das Schneiden in dünne Scheiben. Um den Geschmack abzurunden, kann der Rhabarber leicht gezuckert oder in Kombination mit süßen Früchten und Dips gereicht werden.
2. **Zubereitung im Topf (z. B. Rhabarber-Apfel-Kompott)**
Für ein Kompott wird der Rhabarber in gleichmäßige Stücke geschnitten. Diese werden zusammen mit wenig Wasser sowie Zucker und optional weiteren Zutaten wie Apfelstücken, Vanille oder Zimt in einen Topf gegeben. Das Ganze wird bei mittlerer Hitze für etwa 8–10 Minuten geköchelt, bis der Rhabarber weich ist, aber noch etwas Struktur hat. Kompott eignet sich als Dessert-Zutat oder Beilage zu Süßspeisen.
3. **Zubereitung in der Pfanne**
Zum schonenden Garen in der Pfanne wird der Rhabarber in Scheiben oder kleine Stücke geschnitten. Etwas Butter oder ein neutrales Pflanzenöl wird in einer Pfanne erhitzt, bevor der Rhabarber darin bei mittlerer Temperatur geschwenkt wird. Durch Zugabe von Honig, Zucker oder Ahornsirup kann Säure ausbalanciert werden. Zusätzlich können Gewürze wie Zimt oder Muskataroma ergänzend genutzt werden. Diese Methode eignet sich besonders gut als Grundlage für Desserts oder als Topping auf Kuchen.
4. **Zubereitung im Backofen (z. B. Rhabarberkuchen oder Rhabarber Crumble)**
Für Ofengerichte wie Kuchen wird der Rhabarber oft roh auf oder in den Teig gelegt, da er beim Backen weich wird. Sollte ein Crumble zubereitet werden, wird der Rhabarber in Stücke geschnitten, möglicherweise gezuckert und in einer Auflaufform verteilt. Eine Mischung aus Butter, Zucker, Mehl und Haferflocken wird darüber gestreut, bevor das Dessert im vorgeheizten Backofen bei etwa 180–200 Grad Celsius für 25–35 Minuten gebacken wird. Der Rhabarber wird dabei weich und saftig, die Streusel sorgen für eine knusprige Kruste.
5. **Zubereitung in der Heißluftfritteuse (z. B. gebackener Rhabarber)**
Für die Heißluftfritteuse wird der Rhabarber in mundgerechte Stücke geschnitten, leicht gezuckert oder mit einer Mischung aus Honig und Gewürzen mariniert. Anschließend wird er auf einem Backpapier für die Heißluftfritteuse verteilt und bei rund 180 °C 6–10 Minuten gegart. Das Ergebnis ist eine leicht karamellisierte, weiche Konsistenz.
6. **Rhabarber entsaften (für Marmelade, Rhabarber Schorle oder Sirup)**
Zum Entsaften wird der Rhabarber in kleine Stücke geschnitten und entweder in einem Dampfentsafter oder durch Erhitzen mit Wasser in einem Topf verarbeitet. Der gewonnene Saft kann pur abgefüllt, für die Herstellung von Gelees verwendet oder mit Zucker und Wasser aufgekocht als Sirup abgefüllt werden. Für eine Schorle wird der Sirup im Verhältnis von ca. 1:5 mit Sprudelwasser verdünnt.
Rhabarber bietet durch seine vielseitige Verarbeitungsweise zahlreiche kulinarische Möglichkeiten und wird je nach Zubereitungsart harmonisch in pikante oder süße Rezepte integriert.
Kann man Rhabarber roh essen?
Rhabarber ist grundsätzlich roh genießbar, in größeren Mengen allerdings nicht empfehlenswert. Die Stängel des Gemüses enthalten Oxalsäure, die in rohem Zustand höher konzentriert ist als nach dem Kochen. Insbesondere junge, zarte Stängel können nach Belieben roh verzehrt werden, etwa in dünne Scheiben geschnitten und mit etwas Zucker bestreut. Dennoch wird Rhabarber häufig gekocht oder gebacken, da die Zubereitung die Oxalsäure reduziert und den Geschmack milder sowie weniger säuerlich macht. Zu den gängigen Zubereitungsarten gehören die Verwendung in Kompott, Kuchen oder Marmelade.
Rhabarber: Lagerung
Zur Lagerung sollte frischer Rhabarber im Kühlschrank aufbewahrt und idealerweise innerhalb weniger Tage verzehrt werden, um seine Frische zu erhalten. Alternativ kann er in kleine Stücke geschnitten und eingefroren werden, um ihn haltbar zu machen und später für zahlreiche Rezepte zu verwenden.
Leckere Rhabarber-Rezepte
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